Aktuell

 

Jenaplanschule muss leider den Betrieb zum 30.11.12 einstellen - Kita und Kindergarten werden unter Kiku-Jenaplan weitergeführt

Liebe Eltern, liebe Freunde der Jenaplanschule München,

 

schweren Herzens müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Jenaplanschule München zum 30. November 2012 ihren Schulbetrieb einstellen wird.

 

Wir haben Kindergarten, Kinderkrippe und Hort zum 01. November 2012 an die Kinderzentren Kunterbunt übergeben, die diese Einrichtungen unter dem Namen KiKu-Jenaplan weiterführen werden.

 

Diese Maßnahmen wurden notwendig, weil wir den vor einem Jahr beantragten und im Januar 2012 vom Stadtrat beschlossenen Investitionskostenzuschuss der Landeshauptstadt München nicht erhalten haben und deswegen die geplante schrittweise Umsetzung unseres einzigartigen „Hauses für Kinder“, das von der Krippe bis zum Ende der Grundschulzeit reicht, nicht durchführen konnten.

 

Wir haben der Regierung von Oberbayern die Einstellung unseres Schulbetriebs zum Ende des Monats November 2012 angezeigt, nachdem trotz unserer Bemühungen kein Sponsor oder Investor gefunden hat, der bereit war, die Schule ab dem 01. Dezember 2012 zu übernehmen.

 

Wir wissen, dass unser Konzept und unsere pädagogische Arbeit  eine Bereicherung der Münchner Schullandschaft sind und deshalb eine besondere Chance verdient hätten. Allein die sechsjährige Vorbereitung und all die Mühen, die unser Gründungsteam auf sich genommen hat, um im September 2011 die Schule und einen Kindergarten zu eröffnen, hätten es gerechtfertigt, dass von Seiten der städtischen Verwaltung unser Vorhaben eine andere Unterstützung erfahren hätte.

 

Nun konnten wir wenigstens für die Kinder der Krippe und des Kindergartens den weiteren Besuch unserer Einrichtungen sichern.  Zu unserem größten Bedauern waren wir nicht in der Lage, für unsere Schulkinder  trotz aller Bemühungen den Fortbestand der Schule zu gewährleisten. Dies könnte nur ein neuer Sponsor tun, der einen neuen Schulstandort findet und die Kosten für den Schulbetrieb für die nächsten zwei bis drei Jahresicherstellen kann. Immerhin besteht die Chance, dass auf der Grundlage des vorliegenden Konzepts im März kommenden Jahres ein neuer Antrag auf einen Neustart der Schule ab dem Schuljahr 2013/14 gestellt wird.

 

Wir danken allen, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben. Wir bitten alle, die nun mit Enttäuschung von unseren Entscheidungen erfahren, um ihr Verständnis. Sie können versichert sein, dass wir jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben, dass wir ehrenamtlich die gemeinnützige Trägergesellschaft aufgebaut und getragen und mit unserer Initiative ein Zeichen gesetzt  haben, dass in unserer Gesellschaft eine Einrichtung geschaffen werden kann, das als „Haus für Kinder“ im Herzen einer Großstadt von der Krippe bis zum Ende der Grundschulzeit berufstätigen Eltern und ihren Kindern die Sicherheit einer Entwicklung nach den Grundsätzen eines erfolgreichen reformpädagogischen Modells geben kann.

 

In diesem Sinne wünschen wir Kindergarten und Kinderkrippe ein erfolgreiches Fortbestehen und wünschen uns noch mehr, dass sich neue Eltern, Pädagogen und Enthusiasten finden, die es auf sich nehmen, unser Konzept der Jenaplanschule aufzugreifen und mit mehr Erfolg in die Wirklichkeit umzusetzen.

 

Mit den besten Grüßen

 

Dr. Dieter Hüttner

Pädagogischer Leiter und Geschäftsführer der Jenaplanschule München gGmbH

 

Der Jenaplan-Baum in München wächst

 

Ein neues Schulteam, eine sehr erfolgreiche Fortbildung unserer Lehrerinnen in mehreren Workshops, viele „Schnupperkinder“, schließlich die Entwicklung des Theaterstücks „Ali Baba und die 40 Räuber“ als Höhepunkt des Schullebens. Die Jenaplan-Schule in München blickt auf ein lebendiges Jahr zurück. Zeit für einen Rückblick...

 

Vom zarten Pflänzchen zum jungen Baum

Nach den Weihnachtsferien startete ein völlig neues Team mit dem Unterricht in der Münchner Jenaplanschule. Die beiden Lehrerinnen Jana Güth und Adela Toledo-Supka übernahmen ein schweres Erbe mit den verbliebenen Kindern. Es musste eine neue Arbeitshaltung aufgebaut werden und es galt, vorhandene Defizite auszugleichen und die natürliche Leistungsbereitschaft der Kinder zu wecken und zu stärken. Insbesondere ging es darum, problematisches Verhalten abzubauen und durch konstruktive Gruppenprozesse die Schüler zu einer erfolgreichen Schularbeit im Sinne der Jenaplanpädagogik heranzuführen. Bei der wöchentlichen Präsentation der Arbeitsergebnisse zeigte sich, dass diese Arbeit von Woche zu Woche mehr Früchte trug.

 

Die beiden Lehrerinnen wurden in den ersten Monaten tatkräftig unterstützt von der ausgebildeten Erzieherin und Kinder- und Jugendtherapeutin Roswitha Clemens, die sich insbesondere der Kinder mit besonderem Förderbedarf annahm. Alle Kinder machten große Fortschritte sowohl im Schreiben, Lesen und Rechnen, als auch in ihrer erfolgreichen Mitarbeit im Sachunterricht, der in Form von Projekten durchgeführt wurde. Höhepunkt der ersten drei Monate war die Einstudierung und Vorführung des Theaterstücks „Schneewittchen“, das von den Kindern selbst ausgewählt und mit großer Freude aufgeführt wurde.

 

Viele „Schnupperkinder“

In der Zeit seit Ostern nahmen tageweise Kinder aus Regelschulen oder Vorschulkinder probeweise am Unterricht teil, woraus meistens Aufnahmeverträge für das kommende Schuljahr entstanden. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten wurde intensiviert und die Vorschulkinder nahmen zunächst am Sport- und Schwimmunterricht der Schule teil. Inzwischen sind die Vorschulkinder auch einmal in der Woche eingebunden in den Projektunterricht der Schule und wirkten am neuen Theaterprojekt „Ali Baba und die 40 Räuber“ mit. Dadurch ergibt sich der gewünschte harmonische Übergang vom Kindergarten in die Schule.

 

Schulleitung und berufsbegleitende Jenaplan - Qualifizierung

Die Schulleitung wurde wahrgenommen von den beiden ehemaligen Schulleitern Dr. Hüttner und Frau Heidi Haenisch, die beide über große Erfahrungen in der Jenaplanpädagogik verfügen. Frau Haenisch hat als Kind die von ihrem Vater gegründete Jenaplanschule im Kreis Ansbach besucht und Dr. Hüttner hat sich durch seine vielfältigen Erfahrungen in der Reformpädagogik schließlich für die Gründung einer Jenaplanschule in München entschieden.

Die beiden Lehrerinnen und die Erzieherinnen von Kindergarten, Hort und Kinderkrippe nahmen an einer berufsbegleitenden Qualifizierung in der Jenaplanpädagogik teil. Dafür wurde der erfahrene Jenaplanpädagoge und Chefredakteur der Jenaplanzeitschrift „Kinderleben“, Herr Dr. Hartmut Draeger aus Berlin gewonnen. Er entwickelte für unsere Schule in München einen Kompaktkurs, der in vier Workshops die Grundlagen und Schwerpunkte des Jenaplans und seine praktische Umsetzung in die Schule vermittelte. Die vier Workshops fanden im Februar, April, Mai und Juni statt und endeten für die beiden Lehrerinnen mit einem dreistündigen Kolloquium. Beide haben ihre Aufgabenstellung mit großem Erfolg gelöst und erhielten für ihre berufsbegleitende Ausbildung ein entsprechendes Zertifikat.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die schulische Situation stabilisiert hat und aus dem zarten Spross ein gesunder Jungbaum entstanden ist. Die beiden neuen Kolleginnen konnten im Einvernehmen und in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung die Rückstände der Kinder weitgehend ausgleichen und ein anregendes Schulklima herstellen, sodass unser Jenaplanbaum in München nun auf einem festen Wurzelwerk gründet und weiter kräftig wachsen kann.

 

Das Team der Jenaplanschule München

 

Berufsbegleitende Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen

 

Am 22./23. Juni fand der 4. Workshop zur berufsbegleitenden Qualifizierung unserer Lehrerinnen und Erzieherinnen in der Jenaplanpädagogik statt. Unter der bewährten Leitung von Hartmut Draeger aus Berlin wurden diesmal die Themen „Leistung und Leistungsmessung“  und „Dokumentieren von Lernprozessen und Evaluation“ in der Jenaplanschule behandelt.

 

Herr Draeger hatte wieder für die Teilnehmer exemplarische Materialien zusammengestellt, die einerseits die Grundlagen herausstellten, andererseits praktische Beispiele für die Arbeit in der Schule gaben. Als Redakteur der Jenaplanzeitschrift „Kinderleben“ verfügt Herr Draeger über einen umfangreichen Fundus von Materialien, vor allem auch von den niederländischen Jenaplanschulen,  die jetzt den Teilnehmern des Kurses zu Gute kamen. Weil die Jenaplanschule auf irreführende Ziffernbenotung verzichtet, nahmen die verschiedenen Gespräche und Berichte über den Leistungsstand der Kinder einen breiten Raum ein. Diese sind einerseits für die Eltern bestimmt, spielen anderseits aber auch durch die Beteiligung der Kinder eine große Rolle. Eine wichtige Bedeutung in der Leistungsmessung der Jenaplanpädagogik kommt dem „Portfolio“ (umfassende Lerndokumentation für jeden Schüler) zu, das von der Krippe bis zum Schulabschluss gepflegt wird.

 

Ausgangspunkt  für das Thema Evaluation war der entsprechende Artikel von Kees Both, der von „authentischem Lernen“ und „authentischer Evaluation“ spricht und den Zusammenhang zwischen dem Lernen, dem Finden und Erkennen von Standards und der Vorstellung des Gelernten und der Reflexion darüber herstellt.  Auf dieser Basis gibt es auch Selbsteinschätzungsbögen für den Lehrer, die der Qualitätssicherung der Schularbeit und der Schule insgesamt dienen können. Die Teilnehmer beteiligten sich aktiv an der Durchdringung der angeführten Inhalte und konnten mit vielen Beispielen aus ihrer eigenen Schul- und Kindergartenarbeit beitragen.

 

Den krönenden Abschluss dieses Workshops bildete ein zweistündiges Kolloquium mit unseren beiden Lehrerinnen, die damit ihre berufsbegleitende Ausbildung abschlossen. Herr Draeger war beeindruckt vom Engagement unserer beiden Lehrerinnen und dem Selbstverständnis, mit dem nunmehr Frau Jana Güth und Frau Adela Toledo-Supka „ihre“ pädagogische Arbeit in der Jenaplanschule München vorstellten und auch bei schwierigen Fragen und Themen keine Antwort oder Erklärung schuldig blieben. Die beiden Lehrerinnen werden das Zertifikat über die erfolgreiche berufsbegleitende Qualifizierung als Jenaplan-Lehrerinnen in einer Feier am Ende des Schuljahrs erhalten.

 

Workshop zur berufsbegleitenden Qualifizierung vom 11.-12.05.2012

 

Ein anstrengendes, aber vor allem sehr lehrreiches Workshop-Wochenende liegt hinter uns und ich möchte behaupten, dass ein jeder von uns eine Menge davon mit nach Hause nehmen konnte.

Unser Referent und Coach Hartmut Draeger aus Berlin hatte sich wieder viel vorgenommen und so entstanden im Laufe der zwei Tage viele interessante Gesprächs- und Diskussionsrunden. Selbstverständlich fehlte es auch nicht an vielen guten Ideen für die Praxis.

Wir alle sind hoch motiviert, an der Umsetzung des Jenaplans weiterzuarbeiten und gleichzeitig Gelerntes auch in der Praxis anzuwenden. Das waren die Themen dieses Workshops:

  • -       Jahrgangsübergreifendes Lernen im Jenaplan
  • -       Menschen mit einer eigenen Lerngeschichte begegnen sich
  • -       Biographiearbeit über und mit Kindern
  • -       Die Jenaplan- Basisprinzipien

 

Das jahrgangsübergreifende Arbeiten in „Stammgruppen“ oder jahrgangsübergreifenden Lerngruppen ist ein wesentliches Kennzeichen der Arbeit in der Jenaplanschule und in allen Jenaplaneinrichtungen. Es wird am besten der unterschiedlichen kindlichen Entwicklung gerecht, setzt an, wo die Kinder stehen und fügt sie ein in eine lebendige Lerngemeinschaft, wo alle voneinander und miteinander lernen und sich entwickeln können. In den Niederlanden und anderswo sind jeweils drei Altersstufen („Lehrling-Geselle-Meister“) zusammen gefasst. Wir müssen leider in der rigiden Beschränkung der bayerischen Grundschule auf vier Jahre, in unserer Schule vier Altersstufen zusammenfassen oder vor allem im Aufbau aus jeweils nur zwei Jahrgangsstufen eine Stammgruppe bilden.  

Die Vorteile der Stammgruppe liegen auf der Hand: Die Jüngeren lernen von den Älteren und die Älteren helfen den Jüngeren. Aber es gibt noch weitere, tiefer liegende Vorteile, nämlich eine vermehrte geistige sowie allgemeinmenschliche Anregung und Förderung für die ganze Gruppe und die Tatsache, dass im ausreichendem Maße Schüler vorhanden sind, die selber schon pädagogisch und unterrichtlich stimulieren, anleiten, führen können.

 

Die Jenaplanschule ist keine Einrichtung, in der Kinder instruiert werden. Sie ist in erster Linie eine Stätte der Einübung in das Zusammenleben. Die Schule kann eine große und gute Familie sein. In England nennt man die Bildung von Stammgruppen „familygrouping“.

Es ist in unserer pluralen und vielschichtigen Gesellschaft völlig unmöglich, den erzieherischen Teil der kindlichen Entwicklung allein der Familie zuzuschreiben, sondern vielmehr gilt es, Wege zu einer Kooperation zwischen Familie, Schule und Kindertagesstätte zu finden. Der Wegfall der Konkurrenz zwischen Kindern und das Verschwinden von Vergleichen untereinander machen den Weg frei für Aktivitäten, die über das Lernen durch Instruktionen weit hinausgehen und eine andere Qualität der gemeinsamen Lernprozesse schaffen.

 

Der zweite Themenkreis des Workshops ging von der Feststellung aus, dass sich in unserer Schule Menschen mit einer eigenen Lerngeschichte begegnen. Der Jenaplan als Pädagogik einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaftsschule will sowohl in der Ausbildung des künftigen Lehrers und Erziehers als auch in der Schule und allen dazu gehörigen Einrichtungen selbst „Leben“ und „Arbeit“ zusammenbringen. Darum setzt der Jenaplan ausdrücklich an bei der  „Lebens- und Arbeitsqualität“ des Lehrers als Leiter einer Stammgruppe und fragt nach seiner eigenen „Lerngeschichte“, die sich mit der Lerngeschichte des Kindes verbindet und durch Vorbildhaftigkeit, Klarheit und Offenheit des Denkens und Empfindens und Entschiedenheit im Wollen und Tun auf die kindliche Entwicklung abfärbt.

 

Dieser Grundansatz führt automatisch zur Biografiearbeit zu und mit den Kindern, die schon in der Kinderkrippe beginnt und sich bis zum Ende der Schule durchzieht. Das äußere Instrument dieser Arbeit ist die „Portfolioarbeit“, das heißt die stetige Aufzeichnung der Entwicklung sowie die Sammlung seiner Zeugnisse in einer individuellen Mappe für jedes einzelne Kind. In der Jenaplanpädagogik geht es darum, die Erziehung, das Leben lernen in Beziehungen, von der Kindertagesstätte bis zum Bereich der Schule nach allen Seiten hin wahrzunehmen, zu beobachten, zu fördern und zu entfalten. Das Selbstbild des Kindes braucht Lob und Anerkennung von anderen, erfordert die Übertragung von Verantwortlichkeit, bedarf einer eigenen moralischen Integrität und einer Suche nach dem Lebenssinn. Dieser Auftrag wird in vielen Schritten vollzogen und zieht sich durch die pädagogische Arbeit, wobei auch die Eltern und der Freundeskreis einbezogen werden, um die Ganzheitlichkeit dieses Entwicklungszusammenhangs herzustellen.

 

Der letzte Teil der Fortbildung beschäftigte sich mit den „Jenaplan-Basisprinzipien“. Die heute geltenden 20 Basisprinzipen wurden 1990 in ihrer jetzigen Form als Grundsatzprogramm der Jenaplanpädagogik anerkannt. Sie beschreiben in ihrem ersten Teil das Grundverständnis von der Einzigartigkeit des Menschen und seinem Recht auf die Entwicklung einer eigenen Identität. Sie entsprechen im Prinzip den heute weltweit anerkannten Rechten des Kindes. Die nächsten fünf Prinzipien befassen sich mit der Gesellschaft, für deren Entwicklung der Einzelne eine Mitverantwortung trägt. Schließlich treffen die weiteren 10 Prinzipien grundlegende Aussagen über die Aufgaben, Rolle und Organisation der Schule und des Lernens. Diese Basisprinzipien und ihre Umsetzung in das praktische Schulleben sind die Grundlage für unser pädagogisches Handeln und machen die Einzigartigkeit der Jenaplanpädagogik aus.

Gritt Horvarth/Dr. Dieter Hüttner

 

2. Workshop zur berufsbegleitenden Qualifizierung: "Kompaktkurs Jenaplan"

 

An der Jenaplanschule München fand vom 02.04. bis 04. 04. 2012 der zweite  Workshop des „Kompaktkurses Jenaplan“ zur berufsbegleitenden  Qualifizierung mit Hartmut Draeger statt. An dieser Weiterbildung nahmen neben den beiden Grundschullehrerinnen (Fr. Güth und Fr. Toledo Supka) auch Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen der Jenaplanschule München teil.

 

Am Montag war zunächst die Lektüre des Textes von Kees Both (2010) der Ausgangspunkt: „Über Ziele und Arten von Kreisgesprächen“, wo der Autor wichtige Hinweise über Ziele und didaktische Formen der Kreisgespräche formuliert. In der Gruppenarbeit danach wurde diese grundlegende Basisaktivität der Jenaplanpädagogik beispielhaft erarbeitet und erklärt, was mit jedem der genannten Kreise gewollt ist  und auf welche Weise der jeweilige Kreis vorbereitet und durchgeführt werden kann.

 

An der Jenaplanschule München sind schon einige „Kreise“ fest verankert z. B. der „offene Kreis“, der Morgenkreis, der Nachrichtenkreis und der Vorlesekreis. In der Diskussion wurden auch konkrete Probleme bei der praktischen Durchführung des Kreises angesprochen.

 

Am Dienstag ging es um die Themen „Wochenplan und Wochenarbeitsplan“ der Jenaplanschule, „Projekt-Unterricht/Projektwoche“, „Weltorientierung“ – und die Integration der Fächerinhalte in die „Weltorientierung“. Ausführlich wurde thematisiert, wie Kernunterricht und Kursunterricht in einer Jenaplanschule miteinander verbunden sind und wie auch die „Blockperiode“ organisiert werden kann, wenn es um "selbstverantwortliches Arbeiten" in der Stammgruppe geht.

 

Am letzten Tag der Weiterbildung wurde von den vier Basisaktivitäten die „Feier“ diskutiert. Die Teilnehmerinnen wurden vertraut gemacht mit dem anthropologischen und pädagogischen Hintergrund der Feier in der Jenaplanpädagogik. Lebhaft und interessant waren die Beiträge, wenn es um die praktischen Erfahrungen mit der Wochenschlussfeier ging. So entstanden viele neue interessante Ideen und gemeinsame Projekte zwischen Kindergarten und Grundschule.

 

Zum Schluss wurden die beiden Grundschullehrerinnen über das Abschlusskolloquium im Juni informiert und entsprechende Aufgaben verteilt. Die neuen Termine für den dritten und vierten Teil der Weiterbildung sind festgelegt für Mai und Juni.

 

Jenaplanschule zum Anfassen - Erfolgreicher Tag der offenen Tür am 24.03.2012

 

Rund 20 Eltern machten zusammen mit ihren Kindern davon Gebrauch, die Jenaplanschule kennen zu lernen, und kamen zum Tag der Offenen Tür am Samstag, den 24.März, in die Lipowskystraße 15. Unsere Schüler hatten im Projektunterricht zum Thema „Unsere Sinne“ Stationen vorbereitet, bei denen die künftigen Schülerinnen und Schüler ihre Sinne testen konnten. An der Station „Fühlen“ konnten mit verbundenen Augen die verschiedenen Oberflächen ertastet werden, bei der Station „Riechen“ ging es um das Erkennen verschiedener Geruchsstoffe. Ebenso waren die Stationen „Hören“ und  „Schmecken“  mit entsprechenden Aufgaben verbunden. Während die Kinder die einzelnen Stationen besuchten, bekamen die Eltern in vielen Gesprächen Informationen über die pädagogischen Inhalte der Jenaplanschule und konnten die gelungene Ausstattung der Schulräume bewundern. Auch für das leibliche Wohl der Besucher war gesorgt, so dass wir eine weitere erfolgreiche Veranstaltung verbuchen konnten.

 

Jenaplanschule bei den Münchner Schultagen - 11.03.2012

 

Wie im vergangenen Jahr war unsere Jenaplanschule wieder bei den „Münchner Schultagen“ vertreten, die am Wochenende vom 03. bis 04.März im Schloss Nymphenburg stattfanden.

39 Aussteller präsentierten sich dabei an 26 Ständen aus den Bildungssegmenten Kinderbetreuung, Vorschule, Schule, Internat und Weiterbildung. Vertreten waren u.a. Schloss Salem, die Waldorfschulen, internationale Schulen, Vorschulinitiativen etc. Die Veranstalter konnten rund 750 Besucher verzeichnen. Auch die Jenaplanschule hatte ihren Stand und erfreute sich wie im Vorjahr regen Zulaufs von Seiten der Eltern.

An den beiden Veranstaltungstagen, die für Besucher jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet waren, hatten Eltern die Gelegenheit, breit gefächerte Informationen zu erhalten, Konzepte unmittelbar vor Ort miteinander zu vergleichen und erste Beratungsgespräche zu führen. An unserem Stand hatten wir dabei alle Hände voll zu tun, denn das Interesse an Jenaplan und seinen Einrichtungen in München war unvermindert groß. Die positiven Rückmeldungen der Besucher haben gezeigt, dass die Jenaplanschule  auf dem richtigen Weg ist.

 

Hospitation des Lehrerteams an der Jenaplanschule Suhl (Thüringen) - 28.02.2012

 

Am 20. und 21.02.2012 besuchten wir die seit 1992 bestehende, staatliche Jenaplanschule in Suhl (Thüringen), die mit unserer Münchner Schule eine Partnerschaft eingegangen ist.

 

Die Schule unterrichtet die Kinder und Jugendlichen in altersgemischten Stammgruppen. Diese vereinen den 1. bis 3. Jahrgang, den 4.- 6. und den 7.- 9. Jahrgang. Der zehnte Jahrgang wird separat geleitet und führt dann zum Realschulabschluss. Eine Kooperation mit dem Gymnasium vor Ort ist im Entstehen.

Bei unserer Ankunft wurden wir von Herrn Hanf und seinen Kollegen/-innen herzlich empfangen und eingeteilt. Wir hospitierten in den Unter- sowie Mittelstufen und bekamen einen umfassenden Einblick in die Reformpädagogik nach Peter Petersen.

 

Jeder Kollege war in einer anderen Stammgruppe eingebunden und erhielt somit die Möglichkeit, den Wochenplan und die Projektarbeit miterleben zu dürfen, die jeweils an die Rahmenrichtlinien der Lehrpläne angelehnt sind und sich jeweils im dreijährigen Rhythmus wiederholen. Die Gruppenstärke betrug ca. 20-25 Kinder, wobei auch „Schnupper“-Schüler anwesend waren.

Begonnen wurde im Montagskreis der Mittelstufe. Dabei wurde der Tages- und Wochenablauf besprochen und die von den Schülern ausgewählten und zu Hause vorbereiteten Themen wurden vor der Gruppe präsentiert. Im Anschluss daran konnten die Mitschüler Fragen stellen und den Vortrag bewerten. Danach gab die Lehrerin eine Endbewertung des Referats ab, sogar mit Mitteilung einer Note.

Überraschend für uns war, dass die Schüler mit positiver und negativer Kritik gleichermaßen gut umzugehen wussten. Erfreulich war auch, mit wie viel Selbstbewusstsein und Engagement die Schüler ihre Interessen vermittelten.

Im Anschluss daran arbeiteten die Schüler an Ihrem jahrgangsübergreifenden Projektthema, welches vom Lehrer ausgewählt und altersdifferenziert vorbereitet wurde. Mit Eifer und Konzentration erfüllten sie die Ihnen gestellten Aufgaben, entweder allein, zu zweit oder in der Gruppe.

 

Am Dienstag nahmen wir an der Wochenplanarbeit sowie am Kursunterricht der Unterstufen teil. Auch hier wurden die Aufgaben von den Lehrern vorbereitet und den Schülern in freier Auswahl der Reihenfolge zur Verfügung gestellt. Im Gesprächskreis formulierten die Schüler ihr Tagesziel. Ebenso setzten sie sich kritisch mit ihren Leistungen nach Beendigung der Arbeitszeit auseinander.

Frau Steege (Rektorin) gab uns einen umfangreichen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Suhler Jenaplanschule und den damit verbundenen, vielseitigen Erfahrungen. Unsere Fragen beantwortete sie ausführlich, gab uns Tipps und ermöglicht uns auch weiterhin eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

 

Für uns waren es ereignisreiche und schöne Stunden mit tollen Kindern und fachkompetenten Lehrern, deren Leidenschaft für die Jenaplan-Reformpädagogik offensichtlich war. Wir freuen uns schon heute auf unseren nächsten Besuch in den Pfingstferien.

 

Fortbildungs-Workshop für unsere Lehrer und Erzieherinnen

 

Am 3. und 4. Februar fand in der Münchner Jenaplanschule der erste von einer Reihe von Workshops zur Fortbildung und Qualifizierung unserer Lehrerinnen und Erzieherinnen in der Jenaplanpädagogik statt. Referent war der erfahrene Jenaplanausbilder und Herausgeber der Jenaplanzeitschrift „Kinderleben“, Herr Hartmut Draeger, aus Berlin.

 

Der erste Block ging über den „Erziehungs- und Gemeinschaftscharakter der Jenaplanschule“. Kurze Textauszüge von Peter Petersen und Kees Both waren Ausgangspunkt, um in Arbeitsgruppen und Gesprächen die Frage zu beleuchten, wie eine lebensnahe schulische Unterweisung mit Erziehung und Gemeinschaftsbildung verbunden werden kann.

 

Der zweite Themenkomplex  umfasste  „Arbeit und Leistungskultur im Jenaplan“. Hier ging es darum, zu klären, wie ein Ausgleich zwischen den Forderungen des offiziellen Lehrplans und den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Kinder geschaffen werden kann. Dabei soll der Wahlfreiheit der Kinder im Rahmen der sieben Erfahrungsgebiete der „Weltorientierung“ Rechnung getragen werden.

 

Die Teilnehmer beschäftigten sich dabei mit der „fächerübergreifenden“ Bearbeitung von Themen, die aus dem aktuellen Stoffverteilungsplan entnommen wurden. Durch einen Praxisbericht aus einer niederländischen Jenaplanschule verdeutlichte Draeger, wie die „Handlungsgebiete“ Lesen, Schreiben und Rechnen „Zuarbeit“ zu den Themen der Weltorientierung leisten, während andererseits aus jedem Sachthema Übungen und Arbeitsaufgaben für die einzelnen Kursbereiche entstehen. In ihren Berichten und Beispielen aus der praktischen Arbeit machten unsere Lehrerinnen deutlich, dass sie nach diesen Prinzipien arbeiteten und inzwischen gute Erfolge erzielen konnten.

 

Herr Draeger bestärkte unser neues Jenaplanteam in seiner bisherigen Arbeit und äußerte seine volle Zufriedenheit über die Mitarbeit und das Engagement der Teilnehmer, zu denen auch die Leiterin und Erzieherinnen der Kindertagesstätte gehörten.

Die nächsten Workshops finden in der ersten Woche der Osterferien, am 11.und 12. Mai und Anfang Juni statt. Die Teilnehmer erwerben dadurch ein Zertifikat über eine berufsbegleitende Qualifizierung in der Jenaplanpädagogik.

 

Streiflichter zur Frühjahrstagung der Jenaplangesellschaft 2011 in Rostock

 

Eine neue Lernkultur braucht eine veränderte Form der Leistungsbewertung

Das war die Kernaussage der diesjährigen Frühjahrstagung der deutschen Jenaplangesellschaft, die in diesem Jahr in der Jenaplanschule Rostock stattfand. Die rund 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland beschäftigten sich insbesondere mit alternativen Formen der Leistungsmessung, nachdem die Jenaplanpädagogik auf die im deutschen Schulsystem üblichen Ziffernnoten verzichtet. Aber natürlich wird von den Schulverwaltungen und auch den Eltern oft gefragt, wie es denn die Leistungsbewertung in unseren Schulen konkret aussieht.

 

Das Einführungsreferat hielt der durch die Laborschule Bielefeld bekannte Pädagoge Otto Herz, der zunächst einmal daran erinnerte, was die drei traditionellen gesellschaftlichen Funktionen des deutschen Schulsystems sind: die Verteilung gesellschaftlich definierter Qualifikationen, die daraus folgende Selektion der Heranwachsenden und die Verteilung von Legitimationen in  Form von fremdbestimmten Bewertungen, üblicherweise Zeugnisse und Nachweise über das Bestehen von Prüfungen.  Als Folge dieses traditionellen Verständnisses gibt es unterschiedliche Schularten, denen die Kinder und Jugendlichen zugeordnet werden und es besteht eine Lernkultur, die sich vor allem auf Prüfungen stützt.

Der Ansatz der Reformpädagogik stellt dieser Lernkultur das Motto entgegen „Lerne, dass du der wirst, der du sein willst!“ das in freier Übersetzung bereits beim griechischen Philosophen Pindar zu finden ist.

 

Die Folge aus einer solchen Sicht menschlichen Lernens ist die Zulassung selbstbestimmter Lernvorgänge, die auf kindliche Neugier und Entdeckungswillen aufbauen und die andere Lehr- und Lehrerstrategien verlangen als die Unterrichtsgestaltung der staatlich verordneten Schule.

An die Stelle von fremdbestimmten Prüfungen und selektiven Leistungskontrollen tritt vielmehr

- Selbsteinschätzung und Selbstbewertung der erreichten Kenntnisse und Fähigkeiten

- die Sammlung von selbstgeschaffenen „Produkten“ und anderen Belegen eigener Tätigkeit

- die Präsentation der Ergebnisse in Wort und Bild

- die Sachgemäßheit des Umgangs mit Materialien, technischen Mitteln und kulturellen Werken

- die Fähigkeit zur Reflexion und Überprüfung des eigenen Tuns.

 

Dass diese grundlegenden Annahmen einer veränderten Lernkultur in der praktischen Schularbeit verwirklicht werden können, zeigte eindrucksvoll eine Präsentation der elfjährigen Schülerin Anna, die sich mit dem unscheinbaren Insekt des Wasserläufers beschäftigt hatte und dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen war. So wies sie nach, dass das Tierchen sich deshalb auf dem Wasser bewegen kann, weil es über wasserabweisende Härchen an den Beinen verfügt. Diese Erkenntnis brachte sie dazu, selbst mehrere Modelle zu entwerfen und auszuprobieren, bis sie eines konstruierte, das tatsächlich auf der Wasseroberfläche blieb. Schließlich stellte sie die Verbindung her zu einem in Japan konstruiertem Boot, das sich das Prinzip des Wasserläufers zur schnelleren Fortbewegung als konventionelle Boote zunutze machte. Ein erstaunliches Ergebnis für ein elfjähriges Mädchen, dem es erlaubt war, im Biologieunterricht selbst zu forschen. Mit einfachen Worten stellte sie in kurzer Zeit ihre Überlegungen und Versuche einem großen Auditorium von Erwachsenen vor.  

 

Eine Form der Präsentation derartiger Arbeiten in Wort und Bild ist das „Portfolio“, über das in Arbeitsgruppen und Gesprächsrunden der Tagung ausführlich gesprochen wurde. Es wurde klar, dass das „Portfolio“ als neue Form einer kindgemäßen „Leistungsbewertung“ in Schule,  Kindergarten und sogar Kinderkrippe eine gute Alternative zur bisherigen Leistungsbewertung in der Form von Zensuren sein kann.

Dieter Hüttner

 

 

Artikel im Münchner Merkur vom 15.03.2011

Heute berichtete auch der Münchner Merkur über unsere Jenaplan-Initiative und die geplante Eröffnung in der Lipowskystrasse. Den kompletten Artikel im Münchner Merkur finden Sie hier zum Download (350 kB)

 

19./20.02.2011

Schultage München

Unter dem Motto „Die beste Schule für Ihr Kind“ fanden am Wochenende vom 19./20.02. im Schloss Nymphenburg die Schultage München statt. 30 private Bildungsträger präsentierten sich dabei aus den Bildungssegmenten Vorschule, Schule und Internat. Vertreten waren u.a. Schloss Salem, Phorms, Waldorfschulen, internationale Schulen, Vorschulinitiativen etc. Auch die Jenaplanschule hatte dort ihren Stand und erfreute sich regen Zulaufs von Seiten der Eltern. Viele brachten schon positives Vorwissen über Jenaplan mit und suchten gezielt den Stand auf.

An den beiden Veranstaltungstagen, die für Besucher jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet waren, hatten Eltern die Gelegenheit, breit gefächerte Informationen zu erhalten, Konzepte unmittelbar vor Ort miteinander zu vergleichen und erste Beratungsgespräche zu führen. An unserem Stand hatten wir dabei alle Hände voll zu tun, denn das Interesse an Jenaplan war groß. Die positiven Rückmeldungen der Besucher haben gezeigt, dass die Jenaplanschule auf dem richtigen Weg ist.

Zum Programm der Schultage München gehören auch Vorführungen und Vorträge. Unser pädagogischer Leiter, Dr. Dieter Hüttner referierte am Sonntag um 14 Uhr zum Thema „Privatschulen – Eine Bereicherung für den ganzen Bildungssektor“.

 

02.02.2011

Mietvertrag unterzeichnet!

Am 2. Februar haben Sadija Klepo und Dr. Dieter Hüttner den Mietvertrag für das Gebäude in der Lipowskystraße 15 mit dem Vertreter der Unitas-GmbH Herrn Scharl unterzeichnet. Damit ist eine große Hürde für die Schulgründung im Herbst genommen. Das Gebäude in einer ausgezeichneten zentralen Lage bietet beste Voraussetzungen für unsere Kinderkrippe, Kindertagesstätte und Schule.